Auch wenn sie für viele nicht mehr wegzudenken ist, die Leichtathletikgruppe (LAG) des TV Zollikofen hat es nicht schon immer gegeben. Die älteren Semester unserer Gruppe (ab ca. 30 Jahren) werden sehrwahrscheinlich sagen: "Die LAG gibt es erst seit 10 Jahren". Unsere jüngsten Mitglieder haben aber vor 10 Jahren erst gerade das Licht der Welt erblickt oder waren gar noch nicht geboren.
Für alle Mitglieder der LAG - egal welchen Alters - aber auch für alle Freunde und Gönner unserer Gruppe, ist der folgende kurze Überblick der 10-jährigen Geschichte der LAG gedacht, damit alle wissen, was wir dieses Jahr überhaupt feiern.
Im April startet eine neuer Leichtathletik J+S-Kurs mit 36 Schülerinnen und Schülern ab 14 Jahren (damaliges J+S-Mindestalter). Am folgenden Tag waren sie daran zu erkennen, dass sie (wegen starkem Muskelkater) in der Schule rückwärts die Treppe hinunter gingen. Aber alle kamen am nächsten Dienstag wieder ins Training. Der Frühlingsmehrkampf in Lützelflüh war für viele der erste Wettkampf.
Ende dieses Jahres kam auch schon die erste Ausgabe unseres RUMPELPILZ heraus. Seinen Namen hat er in einer kreativen Sitzung der damaligen Geschäftsleitung erhalten. Zu den Gründungsmitlgliedern dürfen sich im übrigen die folgden Personen zählen: Denise Dällenbach, Regula Hofer, Bettina und Fritz Geissbühler, Stefan Bichsel und Markus Zuberbühler.
Seit dem ersten LAG-Jahr dürfen wir übrigens auf die Unterstützung unseres Haupsponsors SONOR zählen!
Es werden inzwischen drei Trainingseinheiten angeboten: Dienstag, Donnerstag und Samstag. Auf den Wettkampfplätzen zeichnen sich erste Erfolge ab. Team-Senior Ueli Marti und Martin Portmann holten sich die ersten Medaillen an kantonalen Meisterschaften für die LAG. Neben dem Trainings- und Wettkampfplatz lief damals schon (noch) recht viel. Da war zum Beispiel das Ski-Weekend im Höreli Adelboden oder der "Aareschluuch", die Gummibootfahrt auf der Aare von Kiesen nach Zollikofen.
Vom 6. Dezember 1990 datiert das erste Protokoll der Geschätsleitung. Vorher erachteten wir uns als dermassen speziellen und unkonventionellen Verein, dass wir auf solchen administrativen Kram verzichteten
Vom 14. bis 20 April findet in Yverdon das erste LAG-Trainingslager statt. Es wurde sogar bei Schneefall intensiv trainiert. Mittwoch nachts wurde die ganze Meute geweckt und auf einen Nachtpostenlauf geschickt und Zubi wird von seiner künftigen Ehefrau (was damals noch kein Thema war!) am Lagerabend rasiert.
Zu den sportlichen Höhepunkten dürfen die SVM-Versuche der Männer, die LMM-Finalteilnahme und auch das Eidgenössische Turnfest in Luzern gezählt werden.
Ende des Jahres fand der bisher letzte TVZ-Unterhaltungsabend statt. Die Darbietung der LAG unter dem Titel Olympische Spiele ging für uns als "Programm 91" in die Geschichte ein. Die riesige gemalte Akropolis als Kulisse, das Trojanische Pferd, die Jonglage mit brennenden Fackeln inklusive Feuerspeien, aber auch der durchgedrehte Marathonläufer bleiben allen Beteiligten in bester Erinnerung.
An der Hauptversammlung im Januar wird die LAG als offizielle Gruppe des TV Zollikofen anerkannt. Es wurden eigene Statuten geschaffen und die LAG erhält eine weitreichende finanzielle Unabhänigkeit. Trainiert wird inzwischen in sechs Trainingseinheiten. Die Mitgliederzahl steigt auf 56. Die sportlichen Stricke werden immer noch von der "Gründergeneration" zerrissen. Im Nachwuchs gibt es aber immer öfter schöne Erfolge zu bejubeln.
Am 22. April lanciert die LAG den Laufträff. Jeweils am Mittwoch abend um 19 Uhr treffen sich Läuferinnen und Läufer zum gemeinsamen Training bei der Rüttihalle. Als Hauptleiter der Laufträffs fungierte Fritz Geissbühler. Am 19. September findet die erste Mitgliederversammlung der LAG in der Arena (Outdoor!) beim SIBP statt.
Durch die Herabsetzung des J+S-Alters auf 12 Jahre hat sich die Mitgliederzahl auf 82 erhöht. Das Trainingslager findet erstmals in Aix-les-Bains in der französischen Savoie statt. Erst in letzter Minute entdeckt und gebucht (kurz vor Weihnachten 92) entpuppte sich Aix-les-Bains als für unsere Bedürfnisse bestens geeigneter Ort für ein Trainingslager.
Bedingt durch die vielen Aktivitäten wird die Zahl der Geschäftsleitungssitzungen auf sechs pro Jahr erhöht.
Als einer der grössten und überrschendsten Erfolge des Jahres darf der dritte Rang unserer Frauen am LMM-Final in Oberglatt gewertet werden.
Dank einer gross angelegten Aktion verkauft die LAG am meisten Pro-Sport Marken aller STV-Vereine und kommt dadurch in die Schlagzeilen.
Das Jahr, in dem die LAG-Welle eingeführt wurde! Von einem Grafiker entworfen wurde
die Welle Mitte Saison auf dem neuen Wettkampfdress eingesetzt. Bald darauf wurde auch
eine Fahne mit dem neuen Logo produziert.
Das J+S-Alter wurde auf 10 Jahre herabgesetzt. Dies war für die LAG Grund genug, am
Freitag abend ein Schülertraining einzuführen. Der Mitgliederbestand erhöhte sich
dadurch auf 99. An den folgenden Wettkämpfen wie zum Beispiel dem Kreisturntag, dem
schnällschte Bärner fielen unsere Jüngsten nicht nur durch die Menge sondern auch durch
gute Leistungen positiv auf.
Die LAG macht erstmals als Organisatorin eines Wettkampfes von sich reden. Am 24. Februar finden in Zollikofen auf dem Land von Fritz Marthaler (in Richtung Hirzenfeld) die Kantonalen Crossmeisterschaften statt. Die LAG erhält durchwegs gute Noten für die Organisation. Wenn wir doch nur ein Stadion hätten, dann könnten wir noch mehr Wettkämpfe in Zollikofen organisieren!!!
Einer der grössten sportlichen Erfolge ist bestimmt der Sieg des SVM-Männerteams in der 2. Liga. Im gleichen Jahr entstehen zwei sagenhafte Vereinsrekorde: Philipp Gränicher läuft die 100 Meter in 10.96 Sekunden und Stefan Bichsel erreicht an der SM im Weitsprung 7.25 Meter.
Die LAG schafft sich einen neuen (der heute noch aktuelle) Vereinstrainer an. Anlass dazu gab nicht zuletzt das Eidgenössische Turnfest vor unserer Haustüre in Bern. In Rahmen des ETF hatten wir in Zollikofen die Jugi von Tamins (GR) zu Besuch.
Auf dem Wettkampfplatz zeichnet sich langsam aber sicher ein "Generationenwechsel" ab. Am deutlichsten zeigte sich dies durch die beiden SM-Medaillen von Thomas Riesen und Christa Wittwer.
Im Oktober erarbeitet eine Gruppe unter der Leitung von Bruno Kunz das heute noch
gültige Leitbild der LAG.
Auf das Wintertraining wird ein neues Trainings- und Betreuungskonzept eingeführt. Neben
den sechs Kategoriengruppen mit je einem Coach werden drei Leistungsgruppen gebildet, für
die ebenfalls ein Coach verantwortlich ist.
Im November wird die Initiative für die Erweiterung der Sportanlagen im Geisshubel mit der Unterschriftensammlung lanciert.
Am Gründonnerstag (27. März) wurde die oben erwähnte Initiative der Gemeinde ca. 1200 Unterschriften überreicht.
Sportlich gesehen wurde das Jahr zu einem der erfolgreichsten in der Geschichte der LAG, was sich vor allem in den Leistungsprämien des Sponsors SONOR niederschlug. Neben zahlreichen Medaillen an kantonalen und regionalen Meisterschaften, gab es drei Medaillen und sieben Finalplätze bei den SM der Jugendlichen zu bejubeln. Dazu kamen die Teilnahme am LMM-Final in Bellinzona und an den Staffelmeisterschaften in Sion.
Das Trainingslager wurde erstmals zusammen mit einem anderen Verein, mit der LV Huttwil
in Mandelieu (Südfrankreich) verbracht.
Auf die neue Saison wird ein neues Wettkampfdress eingeführt. Die Welle und der
Schriftzug bleiben unverändert; die LAG-Farbe ist nun aber ganz klar Blau.
Das sportliche Glanzlicht ist bestimmt der Gewinn des Schweizermeister-Titels im Speerwerfen durch Christa Wittwer.
Auf politischer Ebene setzte der Grosse Gemeinderat ebenfalls ein Glanzlicht. Nach einer turbulenten Debatte im Rat wurde der Projektierungskredit für die Sportanlage Geisshubel genehmigt. Im Frühjahr 2000 wird also das Volk über die Erweiterung der Sportanlagen im Geisshubel abstimmen können.